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Kirchenführer

Die St. Martinskirche ist die alte Kirche von Kelsterbach. Sie geht auf die Martinskapelle (Märzkirche) aus der Zeit vor Karl dem Großen zurück, die im Feld zwischen Kelsterbach und Schwanheim stand und den Christen der Umgebung als Gotteshaus diente. Sie wurde errichtet im Rahmen der Rekultivierung der rechtsrheinischen Gebiete durch die Merowinger, wohl zusammen mit der Bau eines königlichen Wirtschaftshofs (“Wildhube”) in Kelsterbach zum Schutz des Wildbanns Dreieich.

Schon vor der Einführung der Reformation besaß Kelsterbach eine eigene Kapelle, deren Errichtung in das 15. Jahrhundert fällt. Auf den Stichen der “Wolfenburg” ist die kleine Holzkirche mit spitzem Dachreiter zu erkennen. Um 1800 erwies sie sich als zu klein und überdies als baufällig. So wurde - an gleicher Stelle - die St. Martinskirche errichtet, die 1823 fertig wurde und unverändert heute noch steht.
Die St. Martinskirche wurde im klassizistischen Stil erbaut durch den Bauconductor Lautenschlager, der zu der Schule des großherzoglichen Hofbaumeisters Georg Moller aus Darmstadt zählt. Sie enthält ein wertvolles Kruzifix aus der Zeit des Frühbarocks. Die heutigen Kirchenfenster wurden 1958 von der Kelsterbacher Künstlerin Marianne Scherer-Neufarth gestaltet.
Die Orgel der Kirche wurde 1970 von der Firma Förster und Nikolaus aus Lich erbaut. Sie enthält 23 Register, auf zwei Manualen und Pedal verteilt. Von der Vorgängerorgel, gebaut 1823 von Hartmann Bernhard aus Romrod, sind der Prospekt und drei Register erhalten.
Das Pfarrhaus am Ende der Pfarrgasse entstand 1762 in der heutigen Form auf dem Keller eines älteren Gebäudes. Es ist umgeben von einem großen Garten, der zusammen mit angrenzenden Flächen der Ort ist, wo man die “Wildhube” ansiedeln sollte. Vor dem Bau des Pfarrhauses wohnten die Pfarrer (seit der Reformation) gegenüber der Kirche.
Seit mehr als 100 Jahren betreibt die St. Martinsgemeinde einen Kindergarten . Er wurde als „Kleinkinderschule“ 1898 in der ehemaligen Pfarrscheune eröffnet. Neuerbaut und mehrfach erweitert bietet die Tagesstätte heute 125 Kindern Aufnahme in KiTa und Hort (Tel. 1766 - Pfarrgasse 4 ). Auf dem gleichen Grundstück befindet sich auch das Gemeindehaus „Haus Feste Burg“.
Das kleine „Küsterhaus“ hinter der Kirche (Untergasse 2) wurde 1771 erbaut und kam 1947 in den Besitz der St. Martinsgemeinde. Die zu dem Haus gehörende Scheune, in der während des II. Weltkrieges die Feuerspritze untergestellt war, wurde 1962 zum Gemeindesaal umgebaut.
Das sogenannte “Stolle-Häuschen ” in der Pfarrgasse rundet das Ensemble ab.

Es wurde in den 60er Jahren von der Kirchengemeinde erworben als Zentrum für die kirchliche Jugendarbeit.

Ende der 90er Jahre wurde das Haus grundsaniert, Keller und Parterre wurden neu aufgemauert, während der Oberstock mit dem alten Fachwerk neu errichtet wurde. Zunächst war die Gemeindekrankenpflege dort zuhause, dann wurde es von einem privaten Pflegedienst genutzt. Jetzt hat der Verein “Kleeblatt e.V .” sein Büro dort, eine Initiative zur Betreuung von alten und alleinstehenden Menschen in Kelsterbach.
Author: Joachim W. Bremer, Pfarrer i.R.

Stand: Sommer 2013


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