Schaut die Demut Palmen tragen

Der musikalische Gruß dieser Woche ist die Kantate "Schaut die Demut Palmen tragen" aus Georg Philipp Telemanns Kantaten-Zyklus "Harmonischer Gottesdienst", entstanden 1725/26. Der Zyklus beinhaltet Kantaten für jeden Sonntag des Kirchenjahres, die mit kleiner Besetzung für die Aufführung im Gottesdienst komponiert wurden. Telemann schuf das 72 Kantaten umfassende Werk während seiner Zeit als Director Musices in Hamburg.

Gesang: Marion E. Bücher-Herbst; Flöte: Heike Seemann; Cembalo und Leitung: Jens Lindemann

  • Aufnahme der Kantate "Schaut die Demut Palmen tragen"


In einer fernen Zeit (EG+10)

Wochenlied in der Karwoche

Das Wochenlied für die Karwoche ist: "In einer fernen Zeit" aus dem neuen Gesangbuch EG+, dass die Kirchenmusikerin Natalia Koschkareva  für uns aufgenommen hat.

Das Lied können Sie unter diesem Link anhören, ein paar Gedanken zum Lied von Frau Koschkareva finden Sie hier.

Zum Dichter
Der 1938 geborene gebürtige Brandenburger studierte Theologie und Psychologie und wirkte als evangelischer Pfarrer, Studienleiter an der evangelischen Akademie Arnoldshain, Leiter des kirchli-chen Rundfunkausschusses, Übersetzer von Kirchenliedern sowie Chorleiter.
Mit dem Lied „In einer fernen Zeit“ hat Otmar Schulz 2010 bei einem bundesweiten Wettbewerb der Evangelischen Kirche für neue Passionslieder den ersten Preis gewonnen.

Zur Interpretation
Das Lied stellt eine doppelte Herausforderung für die Interpretation dar: Die Melodie ist von Auftakten und Sprüngen geprägt. Das gibt ihr etwas Tänzerisches und Schwebendes. Der Text steht in einem gewissen Widerspruch dazu. Die Worte weisen auf die Passion hin und laden zur Identifikation mit dem Leid Christi ein. Nur die letzte Strophe beinhaltet den Ausblick auf Ostern.

Zum Text
von Brigitte Buchsein, Prädikantin aus Oberursel, Mitarbeiterin der evangelischen Sehbehinderten-Seelsorge
„Wir hören vom Leidensweg Jesu, von seinen Schmerzen, seiner Einsamkeit und von dem Gefühl, sogar von Gott verlassen zu sein.
Gott wurde in Jesus Mensch und geht in Jesus wie in jedem von uns den Weg des Leidens mit.
Immer wieder haben Menschen Leid als Makel, als Strafe und als wirkliches von Gott Verlassensein empfunden.
Die Verse erinnern uns daran, dass Gott Angst, Schmerz und Hoffnungslosigkeit kennt und gerade auch in diesen Zeiten uns nahe sein will.
Gott kam in Jesus nicht in die Welt, um zu herrschen, um den leichten Weg zu gehen oder um nur bei denen zu sein, die schon alles wissen.
Gott kam in die Welt, um uns wirklich nahe zu sein, um auch an den Bruchstellen des Lebens an unserer Seite zu sein und uns zu heilen.
Leid wird nicht genommen, lässt sich nicht erklären, kann aber so seine Macht verlieren.
So wechselt gegen Ende des Liedes der Blickwinkel vom Tod zum Leben.
Jesu Weg hat Konsequenzen für unser alltägliches Handeln: mitten im Alltag, mitten im Tun, mitten in der Welt geht er jeden Schritt mit.
Jesu Tod hat nicht das letzte Wort: Wir spüren seine Auferstehung in uns, fühlen seine grenzenlose Liebe und wissen so um Wege, die uns nicht nur im Leid tragen, sondern in jedem Augenblick trösten, ermutigen und stärken.“