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Aktuelles aus der St. Martinsgemeinde

Aktivitäten kirchlicher Gruppen während der Coronazeit

Auch wenn wir wieder gemeinsam Gottesdienste in der Kirche feiern dürfen, bleiben alle unsere kirchlichen Gruppen bis auf weiteres ausgesetzt. Wir sind darüber genauso traurig wie Sie, aber Sie können Sich sicher sein, dass wir in den letzten Wochen viele Ideen gesammelt haben, wie es nach dieser Phase wieder mit viel Schwung weiter geht.

Sobald sich an der Lage etwas ändert, werden wir Sie in der Presse und hier darüber informieren.


Konfirmation 2020

Was lange währt....

Manche der Konfirmandinnen und Konfirmanden hätten im Frühjahr wohl nicht gedacht, dass ihre Konfirmation dieses Jahr doch noch stattfinden kann. So gab es auch im Vorfeld viele Diskussionen, ob und in welcher Form ein Konfirmationsgottesdienst unter den aktuellen Gegebenheiten gefeiert werden kann. In Absprache mit den Eltern, Pfr. Kopf, der den Konfirmandenunterricht für diesen Jahrgang übernommen hatte, und dem Kirchenvorstand wurde die Konfirmation schließlich auf den 20. September gelegt.

Natürlich gestaltete sich der Gottesdienst in Corona-Zeiten dann auch etwas anders als üblich: Zunächst einmal fand er in der Christuskirche statt, in der mehr Gottesdienstbesucher erlaubt sind als in der St. Martinskirche. Außerdem saßen die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit ihren Familien an jeweils separaten Tischen. Bei der Einsegnung stand Pfr. Kopf vorne am Altar, während die Konfirmandin oder der Konfirmand zwischen ihren Paten standen, die ihnen als Segensgeste jeweils eine Hand auf die Schulter legten. Das Abendmahl wurde anschließend im Familienkreis mit Trauben und Brot am Tisch gefeiert.

Wir bedanken uns herzlich bei der Christuskirchengemeinde, dass wir in ihrer Kirche feiern durften und bei Pfr. Kopf für die Begleitung der Konfirmanden.


Tag des offenen Denkmals & Deutscher Orgeltag

Kelsterbacher Kirchen sehen, hören & erleben

Zum ersten Mal begingen die Herz-Jesu-Kirche und St. Martinskirche den Tag des offenen Denkmals und den Deutschen Orgeltag am 13. September gemeinsam.

Die Veranstaltung begann in der katholischen Herz-Jesu-Kirche. Fachkundig erläuterte Günter Schneider unter anderem, dass die katholische Kirche im protestantisch geprägten Kelsterbach noch recht jung ist. Die Kirche sollte ursprünglich im neo-gotischen Stil gebaut werden, diese Idee wurde aber auf Wunsch des damaligen Pfarrers zugunsten einer neo-barocken Bauweise geändert.

Die ersten Gottesdienste fanden 1911 statt, auch wenn der Bau offiziell erst im Jahr 1928 nach der endgültigen Ausmalung abgeschlossen wurde. Nach vielen weiteren Details zu den Bildern und figürlichen Darstellungen gab Herr Schneider eine allgemeine Einführung zur Orgel und erläuterte die unterschiedlichen Register mit kurzen Klangbeispielen. Zum Abschluss des ersten Teils spielte der Organist Klaus Richter romantische Werke des französischen Komponisten Léon Boëllmann.

Nach einer Pause ging es mit einem gemeinsamen Spaziergang zur St. Martinskirche. Auf halbem Weg konnten die Besucher noch die aufeinander abgestimmten Glocken beider Kirchen hören.

In der St. Martinskirche begrüßte Pfr. i.R. Joachim Bremer die Besucher mit den Worten: „Alles, was Sie von einer Kirche erwarten, finden Sie hier nicht!“ Im Weiteren erläuterte er, dass der Baustil sich an den Tempeln des klassischen Griechenlands orientiert und so völlig anders wirkt als die Opulenz der neo-barocken Herz-Jesu-Kirche.

Auch die Fenster, die in den 50er Jahren von der Kelsterbacher Künstlerin Marianne Scherer-Neufarth entworfen wurden, spiegeln diese Reduzierung auf das Wesentliche wider.

Pfr. Bremer übergab dann an Carsten Höfer, der einen kurzen historischen Abriss der Orgeln in der St. Martinskirche von der ersten Orgel aus dem Jahr 1754 bis heute gab.

Auch in der St. Martinskirche erläuterte Herr Schneider mit kurzen Stücken die verschiedenen Register. Im Anschluss spielte Herr Richter eines der Stücke von Léon Boëllmann auch auf der Orgel der St. Martinskirche, um die Unterschiede der beiden Orgeln zu verdeutlichen und beendete das Programm mit Stücken von Johann Sebastian Bach.

Trotz der erschwerten Umstände durch die Corona-Bedingungen war es für die rund 30 Besucher ein informativer und kurzweiliger Nachmittag, bei dem auch noch über 200 Euro für das Flüchtlingsschiff „Sea-Watch“ der evangelischen Landeskirche gesammelt wurden.


Och Menno - Tschüss Silke!

Persönliche Gedanken zum Abschied von Silke Fechner

Mitte Mai hat Silke Fechner ihr Amt als Kirchenvorstehende unserer Gemeinde nach sieben Jahren niedergelegt – weil sie zusammen mit ihrem Mann in ihre Heimatgemeinde Lotte in Westfalen zurückgezogen ist.

Wenn ich an Silke denke, kommt mir sofort der Ausspruch „Och, Menno“ in den Sinn. Er steht im Norddeutschen, wo Silke und ich herkommen, für eine leicht ironisch-gespielte Mischung aus Entrüstung und Enttäuschung – ich kann nicht mehr sagen, wie oft ich ihn aus Silkes Mund gehört habe. Aber nicht nur deswegen fällt er mir zu Silke ein, sondern einfach, weil er zu ihr passt. Sie hat nun einmal ihren eigenen Kopf und setzt sich entschieden für Themen ein, die ihr wichtig sind. Doch dazu später mehr.
Silke ist zwar in Frankfurt geboren, allerdings nur auf der „Durchreise“ ihrer Eltern. Sie wuchs im westfälischen Lotte auf und zog 1998 für eine Anstellung bei der Lufthansa nach Kelsterbach. Gedanklich blieb ihre Heimat aber weiterhin Lotte. Wer schon einmal versucht hat, mit Silke über die Erfolge des Fußballvereins Sportfreunde Lotte im DFB-Pokal zu diskutieren, versteht sofort, was ich meine. Über den Bibelkreis, den sie bis zum Schluss mit ihren Denkanstößen bereicherte, kam sie zur St. Martinsgemeinde, in der sie ab 2013 dem Kirchenvorstand angehörte.

Die Kirchenvorstandsarbeit lag ihr sehr am Herzen und sie hat sich in vielen Bereichen eingebracht. So hat sie im Gottesdienstteam so manche Andacht und Gottesdienste kreativ mitgestaltet, war bei der Ausrichtung des Denkmaltages dabei, hatte bei vielen Veranstaltungen ihren Fotoapparat im Anschlag und hat die Website der Gemeinde auf dem Stand gehalten. Nicht zuletzt ist es auch ihr zu verdanken, dass vegetarisches Essen auf den Gemeindefesten Einzug gehalten hat.
Ganz besonders lagen ihr die Gebetswoche für die Einheit der Christen, der Weltgebetstag und die Arbeit des Bibelkreises am Herzen, die alle übergreifend mit den anderen christlichen Gemeinden Kelsterbachs begangen werden – dort werden für Silke die wichtigsten Aspekte des Christseins gelebt: Nächstenliebe und Gemeinschaft. Gerade bei solchen Themen zeigten sich ihr persönlicher Einsatz und ihr „eigener Kopf“. Dabei steht für Silke immer der Mensch im Vordergrund und dafür steigt sie auch gerne in Diskussionen ein.
Silke hat mit ihrer frischen, unkonventionellen Art, ihren Ideen und Sichtweisen – stets gewürzt mit einem Quäntchen Humor – die Arbeit des Kirchenvorstandes bereichert.

Bei allem Verständnis für Deine Entscheidung, liebe Silke: Du wirst uns fehlen! Wir werden sicher versuchen, Deine Positionen auch in Zukunft zu berücksichtigen. Aber niemand kann das so, wie Du es tun würdest. Wir danken Dir von Herzen für Deinen Einsatz für die St. Martinsgemeinde und wünschen Dir und Deinem Mann für die Zukunft alles erdenklich Gute und Gottes Segen.

Carsten Höfer


Glocken läuten zum Gebet 

Seit Palmsonntag läuten in der St. Martinskirche um 19.30 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken. In Zeiten, in denen keine Gottesdienste stattfinden können, laden sie uns ein zum Gebet – jeden für sich zuhause und doch vereint in christlicher Gemeinschaft. Als Licht der Hoffnung werden zeitgleich die Osterkerzen entzündet.

 

Auch in der St. Martinskirche rufen die Glocken zur Andacht und Fürbitte. Genauer gesagt die Glocken 1 bis 3 unserer insgesamt 6 Glocken. Mit ihren Schlagtönen bilden sie eine erweiterte Mollterz, die auch der Beginn des mittelalterlichen „Te Deum“ ist. Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts schwingen die drei Glocken recht langsam, was der geläuteten Mollterz einen sehr elegischen Reiz verleiht – musikalisch passend zur aktuellen Lage.

Auch die Inschriften der Glocken passen auf die aktuelle Situation:

  1. Glocke: Salvator (1989, c'), Inschrift: Christus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben (Joh. 25)
  2. Glocke: Gloriosa (Marienglocke, ca. 1450, es'), Inschrift (in Auszügen): Vivos voco, mortuos plago, gloriosa dicta (Lebende rufe ich, Tote beklage ich, die Ruhmreiche heiße ich)
  3. Glocke: St. Martin (1989, f'), Inschrift: Christus spricht: Selig sind die Barmherzigen (Mat. 5)